August 9th, 2007
13. IRO Rettungshunde Weltmeisterschaft 2007 in Eisenstadt
Ein Fest für Freunde
Die WM war jahrelang durchgeplant bis ins letzte Detail. Sogar das Wetter hatte sich an die Wünsche der Teilnehmer angepasst. Nur der österreichische Medaillen-Segen bleib diesmal leider aus.
Wegweiser gab es auch. Aber warum nur die, wenn es auch persönlicher und charmanter geht? Also standen Mitglieder der SVÖ-Jugend in ihren roten T-Shirts bei den Kreuzungen in Eisenstadt und wiesen den WM-Teilnehmer in ihren Autos den Weg zur großen Eröffnung in der City der burgenländischen Landeshauptstadt. Einfach menschlich – einfach anders – einfach typisch für diese WM.
Überpünktlich waren alle Teilnehmer mit ihren Hunden sowie die Mannschaftsführer beim Sammelplatz und als die Militärmusikkapelle Aufstellung nahm, sprang auch der letzte Hund aus dem kühlen Wasser des Brunnens am Schubertplatz. Die letzten Regentropfen fielen und die Sonne kam hervor. In einem langen Zug marschierten alle durch die Eisenstädter Fussgeherzone. Vorbei an den beflaggten Häusern. Vorbei an den hunderten Zuschauern, den Fotografen und Fernseh-Teams – hin zum Schloss Esterhazy, wo bereits Landeshauptmann Hans Niessl und die Ehrengäste auf die Eröffnungszeremonie warteten. Schöner und imperialer konnte keine Eröffnung sein.
Organisationsleiter Erik Koczi (SVÖ) brachte in seiner Rede das Motto der WM auf den Punkt: „Wir wollen euch hier das zurückgeben, was ihr mit euren Einsätzen der Welt schon gegeben habt!“
Und es wurde allen was gegeben. Bei der Startnummerauslosung, zum Beispiel: Als die Nationen einzogen, gab es durchgehend Applaus. Es war eine gigantische Stimmung. Nachdem die Organisatoren zuvor über Musikstücke diskutiert hatten und hofften, dass der riesige Empire-Saal des Schlosses nicht all zu leer sein werde, waren die Reihen dicht gefüllt und der Applaus und Anfeuerungsrufe wollten nicht enden.
Ein erster Schritt war geschafft. Die „Happy Games!“, die „glücklichen Spiele“ hatten begonnen. Eine große Familie hatte sich getroffen und feierte.
Stets dabei: Die gesamte SVÖ-Spitze mit Präsident Dr. Wolfgang Tauber und IRO-Vertreter aus der ganzen Welt, angeführt von IRO-Präsident Dr. Wolfgang Zörner.
Doch nun begann der Ernst der Spiele: Während im Flächen-, Fährten- und Trümmergelände die Wettkämpfe begannen, gab es am ersten Tag in der Wasserarbeit gerade von den Medien hoch beachtete Vorführungen. Am Sportplatz St. Georgen/Eisenstadt liefen die Bewerbe in Gewandtheit und Gehorsam. Im Gegensatz zu anderen Weltmeisterschaften blieben die Teilnehmer im Stadion, schauten zu und verfolgten über eine riesige Tageslicht-Videowall die Aufnahmen von den „Aussenstellen“. Drei Kamerateams der Telekom waren permanent im Einsatz, filmten, schickten die DVD’s in das Stadion. Dort wurden im Media-LKW die Beiträge geschnitten, zusammengestellt und sofort über die Vidi-Wall gesendet. Ein Service, das es für die Aktiven und die Zuschauer noch nie gab.
Und zwischendurch langten telefonisch permanent – gerade von den Österreichern – die Ergebnisse in der Nasenarbeit ein. „194 in der Trümmer!“ Jubel! „Beste Arbeit im Wasser! 192!“ Freude und Bangen. Listen wurden verglichen. Die Punkte der „Konkurrenten“ hochgerechnet. Es wurde spekuliert. Und es wurde gehofft. Gehofft auf Medaillen. Doch leider….
Aber trotzdem haben viele unserer Team-Mitglieder in einzelnen Disziplinen hervorragende Arbeit gezeigt und natürlich gratulieren wir herzlich Hermann Kranz zum 5. Platz und Peter Schüler, der während der WM seinen 60. Geburtstag feierte, zum 6. Platz.
Gerald Odlozilik wurde 11. und Andreas Hauk 14. Alle in der Trümmerarbeit.
Sagen wir so: Als Gastgeber haben wir den Freunden aus dem Ausland den Vortritt gelassen. Auch wenn nicht alle Entscheidungen ganz verständlich waren und sich nicht nur die Betroffenen wunderten – es wird die Kameradschaft unvergesslich bleiben. Unvergesslich auch die Atmosphäre im Stadion, wenn alle, gleich welcher Nationalität, applaudierten, wenn wer eine positive Leistung erbrachte.
Es gab Stunden, da herrschte eine Stimmung, wie bei einem Pop-Konzert. Wie zum Beispiel bei der Siegerehrung, als der älteste Teilnehmer, Erich Schleicher, den Ehrenpokal, gestiftet von Bundespräsident Heinz Fischer, der auch den Ehrenschutz übernommen hatte, überreicht bekam. Erich ist 84 Jahre alt! Standing Ovations und Bravo-Rufe von hunderten Zuschauern und Teilnehmern begleiteten Erich, als er auf den Platz lief.
Es war eine sehr würdige Siegerehrung und Abschlussfeier. Nach einer fulminanten Vorführung des Bundesheeres, bei der sich Hundeführer mit Hunden aus dem Hubschrauber abseilten und einen Einsatz simulierten und nachdem die SVÖ-Jugend ihr Können zeigten, marschierten zu Militärmusik alle Teams in das Stadion ein. Vor jeder Nation die Fahnenträger, dahinter die winkenden Hundeführer. Es war wie eine kleine Abschiedszeremonie von Olympischen Spielen – fröhlich, völkerverbindend, freundschaftlich.
Stunden nach dem offiziellen Ende konnte dann auch das Organisationsteam eine erste Pause machen. Um nur einige hervorzuheben: Chef-Organisator Erik Koczi, der stets cool blieb. Karl Rittner. Christian Zika, der alle Fäden in der Hand hatte. Daniele Lenzeder, die immer und überall war, wo man sie brauchte, genauso wie Barbara Rath. Die hervorragende Crew im Büro mit Claudia und Dagmar Strasser, Wolfgang Hitsch, Rudi Sander, Günter Wentreir. Die Mitglieder der SVÖ-Jugend unter der Leitung von Manuela Obermayer und Gottfried Just. Alle Fährtenleger. Die Veranwortlichen bei den Schadstellen und jener Mann, der bei der WM die wohl tragenste Rolle gespielt hatte. Alois Balluch stemmte bei der Gewandtheits-Übung „Hund tragen und übergeben“ alle Hunde dieser WM – wie er ausrechnete, waren das etwa 3.800kg. Und Paul Cech/Dog Company für die gesamte Pressearbeit.
Natürlich funktioniert so eine Großveranstaltung nur mit Sponsoren. Allen voran „Royal Canin“, aus deren Weltzentrale in Frankreich bereits Gratulationen zur „tollen WM“ kamen. Nicht zu vergessen Softlab, Flughafen Wien, die ÖMV, Zuritel, Bayer Health Care, Intervet, Raiffeisen und der Augenarzt Dr. Obermayer sowie das Land Burgenland und die Stadt Eisenstadt.
Zum Abschluss vielleicht noch eine Begebenheit, die typisch für die WM war: Die Organisatoren rechneten für den Abschluss-Abend mit rund 150 Besuchern. Für sie war Platz und Essen eingeplant. Es meldeten sich mehr und mehr an…und noch mehr. Schliesslich musste die Strasse vor dem Wirtshaus gesperrt werden. Es wurde ein Gassl-Fest improvisiert – und 350 Freunde aus der ganzen Welt feierten gemeinsam. Ein Symbol mehr für diese „Happy Games“, für ein Fest, für eine WM, für jene, die der Welt mit ihren Rettungshunde-Einsätzen schon so viel gegeben haben.
Bis Kroatien 2008! Wir freuen uns!
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Ergebnisse:
Fläche:
1. Brigitte Versterre, Niederlande
2. Ana Viller, Kroatien
3. Ghroum Mourad, Frankreich
Fährte:
1. Jan Fekar, Tschechien
2. Jan Sramek, Slowakei
3. Pavel Sabacky, Tschechien
Trümmer:
1. Leczki Sarolta, Ungarn
2. Patric Corpataux, Schweiz
3. Rudolf Klötzli, Schweiz
5. Hermann Kranz, Österreich
6. Peter Schüler, Österreich
11. Gerald Odlozoli, Österreich
14. Andreas Hauk, Österreich
Wasser:
1. Michal Svoboda, Tschechien
(nur einer in der Wertung)
Mannschaft:
1. SZBK Kroatien
2. NRHB Niederlande
3. C.S.P. Frankreich
Alle Infos, Ergebnisse und Fotos von der WM auf www.rhwm2007.at
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